Kostenloser Versand in 2-5 Werktagen

80.000 Stunden, die an dir Nagen werden. Versprochen.

Langes arbeiten im Sitzen, gefährdet die Gesundheit.

von WRK21

Langes arbeiten im Sitzen in einem Büro oder Home Office Arbeitsplatz, gefährdet die Gesundheit und ist ein Lebensrisiko. Denn langes Sitzen ist sogar lebensgefährlich. Was albern klingen mag, haben mehrere Studien belegt. Bereits mehr als drei Stunden tägliches Sitzen kann die Lebenserwartung deutlich reduzieren. Wer hingegen im Schnitt weniger als drei Stunden am Tag in sitzender Haltung verbringt, hat eine um zwei Jahre höhere Lebenserwartung. 24 Monate länger Leben, aufgrund 3 Stunden Sitzen pro Tag! Zu diesem Ergebnis kamen Forscher des Pennington Biomedical Research Center in Louisiana , USA . Sie hatten gut 17.000 Probanden miteinander verglichen.

Außerdem hatten die Forscher Daten der US-weiten Gesundheitsstudie National Health and Nutrition Examination Survey ausgewertet und mit Studien verglichen, die sich mit dem Einfluss von Bewegung auf Todesursachen aller Art beschäftigten. Auch hier sind die Ergebnisse eindeutig: Wer viel Lebenszeit im sitzen verbrachte, hatte dadurch eine geringere Lebenserwartung.

In einer weiteren über 14 Jahre dauernden Beobachtungsstudie unter 120.000 Amerikanern zeigte sich auch, dass Männer, die täglich sechs oder mehr Stunden im Sitzen verbracht hatten, eine um 20 Prozent höhere Sterberate haben als Arbeiter, die nur bis zu drei Stunden täglich im Sitzen verbrachten. Bei den Frauen betrug die unterschiedliche Lebensdauer sogar um bis zu 40 Prozent.

Ein durchschnittlicher deutscher Arbeitstag bedeutet 80.000 Stunden sitzen!

Durchschnittlich 80.000 Stunden verbringt ein deutscher Büromitarbeiter in seinem Berufsleben im Sitzen. Und weiterhin sind in vielen Büros ergonomisch eingestellte Arbeitsplätze Mangelware. Des Weiteren verbringt im Durchschnitt jeder Erwachsene (über 20 Jahre) 11,5 Stunden pro Tag im Sitzen. Schon Grundschulkinder sitzen rund neun Stunden täglich.

Berufsunfähig durch zu viel Sitzen

Kein Wunder, dass Rückenleiden, Muskel- und Skeletterkrankungen den Großteil aller krankheitsbedingten Fehltage verursachen. Durch das viele Sitzen wird nicht nur die Rückenmuskulatur verkürzt, auch Bauch-, Bein- und Gesäßmuskeln werden geschwächt. Und Schulter-, und Nackenpartie, die Wirbelsäule, Bandscheiben und Gelenke sind stärkeren Belastungen ausgesetzt.

In unserem menschlichen Unterleib befinden sich zahlreiche wichtige Organe, die für Verdauung und Stoffwechsel notwendig sind. Die Magen-Darmtätigkeit wird durch langes und ständiges Sitzen verlangsamt, das beeinflusst den Stoffwechsel und damit das Immunsystem auf eine negative Art und Weise. Und natürlich hat viel Sitzen einen erheblichen Einfluss auf das Gewicht. Schon wenige Stunden Sitzen reichen aus, um in den Blutgefäßen die Ausschüttung von Lipoproteinlipase (LPL) einzuschränken. Dies ist ein Enzym, das zur Fettverdauung benötigt wird. Ein Mangel führt zu höheren Blutfettwerten – und dauerhaft zu Übergewicht mit den entsprechenden Gesundheitsfolgen. Im Sitzen ist außerdem die Durchblutung eingeschränkt. Dadurch steigt das Risiko, an Herz-Kreislauf-Problemen zu erkranken. Außerdem wird die Zirkulation in den Beinen erschwert, das Thrombose-Risiko steigt.

Das sitzende Spiel mit der Gesundheit

Die Folgen sind nicht nur für die eigene Gesundheit schwerwiegend. Ein langes Sitzen kosten auch das deutsche Gesundheitssystem und die Unternehmen viel Geld. Nicht wenige Arbeitnehmer fallen aufgrund eines Bandscheibenvorfalls durch zu viel Sitzen für Wochen und Monate im Job aus, manche werden sogar berufsunfähig.

Und zu guter Letzt hat zu viel Sitzen sogar Auswirkungen auf die Psyche: In einer Studie aus Spanien zeigten diejenigen, die mehr als 42 Stunden pro Woche im Sitzen verbrachten, ein um 31 Prozent erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen. Denn die fehlende Bewegung macht müde, weshalb dadurch weniger Stresshormone abgebaut werden können. Im natürlichen Sinne stellt sich der Körper bei Stress auf Bewegung ein. Bleibt diese aus, kann der Körper die Stresshormone ab einem bestimmten Level nicht mehr gut kompensieren. Psychische Erkrankungen sind dann wahrscheinlich.

Fazit

Ein Bewusstseinswandel setzt in Deutschland langsam ein. Ergonomieberatungen, betriebliches Gesundheitsmanagement oder Bewegungsförderung durch Betriebssport und entsprechende Fitnessprogramme gibt es nur in wenigen Unternehmen. Es wäre Zeit für eine better work-life!

Man kann auf seinem Standpunkt stehen, aber man sollte nicht darauf sitzen.

- Erich Kästner